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APV Pfadi Musegg Luzern
 

Zelt1

Besichtigung der Kapo – Abteilung Kriminaltechnischer Dienst (KTD)

 

Am 09/11 - nine/eleven - um 18.00 Uhr trafen sich, nach akribischer Überprüfung der Personalien, Gesichter und Kleider durch unseren Präsidenten Silo, 25 spurensuchende APVlerInnen - früher hiessen sie «Pfadfinder» - zu einer geheimen Besichtigung der Abteilung Spurensicherung in den heiligen Katakomben der Kapo Luzern an der Kasimir-Pfyfferstrasse 26. Nach einer kurzen Einführung über die Organisation der hiesigen Kapo und einer 20 minütigenDVD-Vorführung eines prämierten Films über die Tätigkeit der Kapo dislozierten wir an die Klosterstrasse, wo sich die Spurensicherung des kriminaltechnischen Dienstes der Kripo befindet. Die vorher noch gestellte Frage, dass wir grundsätzlich nur neue kriminalistische Tricks kennen lernen möchten wurde postwendend mit der Mitteilung antwortet, dass es bei der Kapo neue Zellen gibt. Im Foyer der Abteilung Spurensicherung wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt und sogleich fühlten wir uns wie in der US-amerikanischen Fernsehserie CSI (Crime Scene Investigation - auf deutsch Tatortvermittlung). Es begann nämlich unter der Führung zweier kompetenter Spezialisten der Kripo eine hochinteressante Führung durch die kriminaltechnischen Labors der Spurensicherung.

Als Spurensicherung wird sowohl die Tätigkeit innerhalb der Forensik, kriminalistisch relevante Spuren zu sichern, sie also zu dokumentieren und gegebenenfalls sicherzustellen, wie auch den damit beauftragten Erkennungsdienst. Forensik ist übrigens das Arbeitsgebiet, in dem systematisch kriminelle Handlungen identifiziert bzw. ausgeschlossen sowie analysiert oder rekonstruiert werden.

Eine Spurensicherung beinhaltet die Spurensuche, die Spurenerfassung (Ausnummerierung, Fertigung von Abbildern) und der Spurenauswertung. Die kriminalistische Spurensicherung beginnt mit der so genannten Tatortarbeit. Sie nimmt ihren Verlauf mit Auswertungen (z.B. Untersuchung, Vergleichsspuren) und endet mit der Zusammenführung von Gegenstands- und Personenspuren zu Gegenständen am Tatort oder an Opfern und Tatverdächtigen. Der Spurensicherung kommt die elementare Aufgabe der Beweissicherung zu; d.h. dass vor Gericht relevante Indizien und Beweise strenger Kontrolle unterliegen und dementsprechend fachmännisch behandelt werden müssen.

Einige Techniken dieser Spurensicherung durften wir APVlerInnen hautnah miterleben, beispielsweise die Daktyloskopie (Aufnahme und Auswertung von Fingerabdrücken), die DNS-Analyse (die Abnahme von Körperzellen und dem nachfolgenden genetischen Fingerabdruck), die Drogenfahndung und Nachweis von Fälschungen bei Ausweispapieren.

Die forensische DNA-Analyse stellt heute ein Standardverfahren bei der Verbrechensaufklärung dar, aber das Ergebnis eines DNA- Tests, eines Fingerabdrucks oder einer sonstigen Spur alleine kann noch nicht über Schuld oder Nichtschuld eines Verdächtigen entscheiden. Es wird zuerst nur als Indiz gewertet, das durch weitere ergänzt werden muss. Viele Verdächtige legen allerdings ein Geständnis ab, wenn man sie mit dem Resultat, vor allem mit dem DNA-Test, konfrontiert werden. Ist das nicht der Fall, muss das Ergebnis interpretiert werden, wobei aber auch Fehlschlüsse nicht auszuschliessen sind.

 

Wir APVlerInnen waren erstaunt von welchen Gegenständen heute Fingerabdrücke und DNA-Spuren gesichert werden können. Sogar ein blosses Berühren eines Blatt Papiers hinterlässt Fingerabdrücke, die ohne Probleme sichtbar gemacht werden können. Es lohnt sich also bei Nachahmungen mindestens Handschuhe und Mundmasken zu tragen und diese nach der Tat irreversibel zu vernichten. Erstaunt waren wir auch darüber, wie leicht Fälschungen von amtlichen Dokumenten, z.B. mit UV-Licht, sichtbar gemacht werden können. Auch hier ein Tipp: Lasse nie ein Dokument in Milano fälschen, denn diese Fälschungen sind zwar äusserlich als solche nicht sichtbar, aber trotzdem sehr plump. Auch das Fälschen von Banknoten lohnt sich nicht, denn auch das lässt sich mit den heutigen Methoden meistens leicht erkennen. Das Drucken einer Banknote auf normales Fotokopierpapier ist heute trotz guter Scannerarbeit etwas zu billig. Mein Tipp dazu: Verdiene das Geld selber, dass Du ausgeben möchtest.

Hochinteressant war auch das Labor der Drogenfahndung. Was gewissen Leuten beim Schmuggeln von Drogen so alles in den Sinn kommt tönte fast unglaublich. Das Verstecken der Droge mittels einer Ampulle im Analkanal ist schon längst kein raffinierter Trick mehr. Auch das Einschweissen von Drogen in Verpackungsmaterialien ist nicht mehr sehr originell. Das Arsenal von Tricks für Drogenschmuggel ist gewaltig und alle diesbezüglichen Fragen konnten vom Spezialisten umgehend und fachmännisch beantwortet werden. Auch hier mein Tipp dazu: Drogenschmuggel lohnt sich nicht sondern ich empfehle, sie, wenn unbedingt nötig, selber zu konsumieren.

Die obligate Fragestunde nach der Besichtigung war kurz, denn wir mussten einsehen, dass es keine neuen Tricks gibt, die die Kripo nicht schon kennt oder mindestens glaubt zu kennen. Es lohnt sich also, liebe LeserInnen, weiterhin brav und artig zu sein.

 

Um ca. 20.00 Uhr ging die hochspannede kriminalistische “Pfadfinderei” zu Ende und die Corona begab sich für Speis und Trank ins Restaurant Rütli. Vorgängig offerierte der Vorstand noch einen Apéro, der von allen TeilnehmerInnen dieses speziellen Anlasses mit stillschweigender Akklamation dankend eingenommen worden ist.

Im Namen aller APVlerInnen, die diesen Anlass besuchen konnten, möchte ich mich bei den Organisatoren Wickie und Long herzlich bedanken und ich empfehle dem Vorstand, weiterhin pfadfinderisch nach neuen originellen Ideen zu suchen.

 

 

Luzern, 13. September 09 / Matthias Birnstiel v/o Grammo v/o Disli

 

Kriminaltechnische Untersuchung in der Luzerner Gastronomieszene durch den APV

Nach dem Besuch der kriminaltechnischen Abteilung der KAPO Luzern, wurde das neu erworbene Wissen umgehend von Disli und Nero (beide ehemals 2. Stamm) in der Nacht noch umgesetzt. Dringende kriminaltechnische Beweisaufnahmen an verschiedenen Tatorten in der Luzerner Gastronomie waren notwendig geworden. Verschiedenste Verbrechen konnten so aufgeklärt werden. Die betroffenen Gastronomiebetriebe zeigten sich sehr dankbar. Allerdings sind Nero und Disli sich nicht sicher, ob sie wirklich restlos alle Beweise aufgenommen haben, eventuell ist eine weitere Begehung der Tatorte notwendig.

 

Disli und Nero bei der flüssigen

Beweissicherung im Weissen Schaf

 

… und nach der erfolgreichen Lösung des
Falles durch unsere Protagonisten.